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STB BDe 4/6 103, ex BLS ABDZe 4/6 731
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Im Herbst 1999 rangierte die Sensetalbahn den Triebwagen BDe 4/6 nach einem Kollisionsschaden aus.
Dieser wurde in den Medien verschiedentlich als "altersschwach" und "ersatzfällig" betitelt;
der baugleiche Wagen 102 war ja bereits im November 1997 abgebrochen worden.
Schon damals bauten Aktivmitglieder des Tramvereins Bern viele wertvolle Teile aus und lagerten diese ein.
Im Januar 1999 stellte der TVB mit einer Expertise von unabhängigen Fachleuten fest,
dass sich der Triebwagen 103 in einem verhältnismässig guten Zustand befindet.
Nach der erwähnten Kollision im Herbst 1999 (mit kleineren Schäden) beschloss der Tramverein Bern,
diesen letzten ehemaligen "Blauen Pfeil" zu übernehmen und damit vor dem drohenden Abbruch zu retten.
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Als erstes stellte sich die Frage der Remisierung des Fahrzeuges - ein 42 m langes Fahrzeug ist sehr schwer unterzubringen.
Zudem machten uns immer wieder Leute zu schaffen, die das Fahrzeug mit Graffiti versprühten.
Die Aktivmitglieder des TVB mussten sehr viel Freizeit investieren, um diese zu entfernen.
Von 1999-2002 war das Fahrzeug in einer gedeckten Halle bei der Station Liebefeld untergebracht.
Da diese Halle einer Überbauung wich, mussten wir es danach erneut draussen abstellen.
Dort wurde es erneut versprayt - so stark, dass es nicht mehr möglich war, dieses Graffiti zu entfernen.
Deshalb mussten wir die Farbe und die Graffiti anschleifen, und wir strichen das Fahrzeug in mehreren Etappen bis im Herbst 2004 im BLS-Originalanstrich blau-crème.
So hat das nach wie vor nicht betriebsfähige Fahrzeug wieder ein anständiges Aussehnen.
Zur Zeit laufen Verhandlungen über eine Rückgabe des Fahrzeugs an die BLS, um es als Museumsfahrzeug einzusetzen.
Zur Beurteilung des Zustandes überführte die BLS das Fahrzeug am 01.12.2009 ins Depot Bern Holligen.
Im Januar 2010 entfernten TVB-Aktivmitglieder alle seit 1999 im Fahrzeug gelagerten Ersatzteile,
und man begann, das Fahrzeug zu reinigen.
Nun soll ein Kostenvoranschlag erarbeitet werden.
Ziel ist es, das Fahrzeug für 2013 (100 Jahre Lötschberg-Bergstrecke) betriebsfähig zu haben.
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Leichtfahrzeuge statt lokbespannte Züge für den Personenverkehr
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Von der Entwicklung der Dampflok bis in die 30er Jahre verkehrten die Züge mehrheitlich lokbespannt
- auch die Regionalzüge mit wenigen Wagen.
Wegen des dennoch hohen Gewichts waren diese langsam, schwerfällig und verkehrten eher selten.
In den 30er Jahren versuchte man überall in Europa,
den Regionalverkehr mit schnittigen Leichtbaufahrzeugen zu ergänzen und die lokbespannten Züge abzulösen.
Während den berühmten "Roten Pfeilen" der SBB nur eine kurze Einsatzzeit im planmässigen Personenverkehr beschieden war,
setzte die BLS-Gruppe voll auf Leichtbaufahrzeuge:
Sie beschaffte bis 1964 vier Typen von blauen Doppelpfeilen,
die bis 1982 das Erscheinungsbild des Regionalverkehrs der BLS und ihrer mitbetriebenen Linien prägten.
Mit ihrer blau-crèmen Bemalung stellten sie neben den braunen Lokomotiven für Jahrzehnte das Aushängeschild der BLS-Gruppe dar;
die langjährige Hausfarbe Blau der BLS Lötschbergbahn geht ursprünglich auf ihre "Blauen Pfeile" zurück.
BLS und BN erhielten 1938 die drei baugleichen Triebwagen ABDZe 4/6 731 (BLS) sowie 736 und 737 (BN).
Hersteller waren SIG Neuhausen und SAAS Genf.
Die Transformatoren und andere Hochspannungsteile sind auf dem Dach angeordnet,
so dass der gesamte Raum des Fahrzeugs für die Fahrgäste und Gepäck/Post zur Verfügung steht.
So konnten im 42 Meter langen Doppeltriebwagen ursprünglich 120 Sitzplätze 2. Klasse (Anordnung 2+3) und 16 Sitzplätze 1. Klasse (2+2) angeboten werden;
dazu kamen ein Gepäck- und ein Postabteil.
Das Fahrzeug weist ein Gewicht von 80 Tonnen auf -
10 Tonnen mehr als ein Ce 4/6-Lokomotive, das damals zur Verfügung stehende Triebfahrzeug für Regionalzüge auf der BLS-Gruppe.
Die Höchstgeschwindigkeit der ABDZe 4/6 betrug 110 km/h;
sie waren mit normalen Kupplungen ausgerüstet und schleppten bei der BLS-Gruppe je nach Strecke noch bis zu drei Leichtstahl-Personenwagen,
ja sogar Eilgut- und Milchwagen mit.
Die ABDZe 4/6 stellten aber nicht nur technisch einen Quantensprung im Fahrzeugbau für den Regionalverkehr dar, sondern auch architektonisch:
Sie weisen wesentliche Merkmale der in den 30er Jahren aufgekommenen Strömung des "modernen Bauens" (Bauhaus) auf.
Viel Licht und gute Durchsicht dank viel Glas, zweckmässige Anordnung der Inneneinrichtung und der fernbedienten (!) Türen, u.a.m.
60 Jahre später wird diese Bauweise mit den NINA-Zügen wieder aktuell:
Auch sie weisen diese Merkmale auf und haben dieselbe Sitzanordnung 2+3...
Bei ihrer Ablieferung gehörten die ABDZe 4/6 zu den ersten leichten Fahrzeugen der Schweiz und erregten grosse Bewunderung bei Fachleuten und Passagieren.
An der Landesausstellung 1939 war der Triebwagen 731 als Beispiel für Schweizer Eisenbahn-Fahrzeugbau ausgestellt.
Von 1938 bis 1985 wurden die Doppelpfeile auf dem Netz der BN und GBS intensiv eingesetzt;
sie prägten so über Jahre das Bild der Regionalzüge im Westen und Süden der Stadt Bern.
1984/85 wurden die Doppelpfeile für die Bedürfnisse der Sensetalbahn (STB) umgebaut:
Aus den 3 Triebwagen ABDZe 4/6 entstanden 2 Triebwagen BDe 4/6.
Bei den Nummern 731 und 736 wurden Erstklass- und Postabteil entfernt und mit Teilen des Wagens 737 mehr Plätze 2. Klasse eingerichtet.
Als BDe 4/6 102 und 103 verkehrten sie über 10 Jahre weiterhin täglich, bis die Nummer 102 im September 1997 wegen eines Defekts ausrangiert werden musste.
Der Triebwagen 103 konnte durch den Tramverein Bern vor der Verschrottung bewahrt werden.
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Inbetriebsetzung
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1938
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Hersteller
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SIG, SAAS
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Dienstgewicht
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80 t
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Länge über Puffer
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41.5 m
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Sitzplätze
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156
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